Der Blutdruck ist einer der wichtigsten Gesundheitswerte im Alter. Zu hohe Werte belasten über Jahre unbemerkt Herz, Gefäße und Nieren, zu niedrige Werte führen zu Schwindel und erhöhen die Sturzgefahr. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, welche Werte als normal gelten und was Sie selbst tun können.
Blutdruck-Werte im Überblick
Blutdruck wird in zwei Zahlen angegeben: der obere (systolische) Wert beim Herzschlag, der untere (diastolische) Wert in der Entspannungsphase. Die folgende Einordnung gilt für Erwachsene und dient der Orientierung:
| Einordnung | Oberer Wert (mmHg) | Unterer Wert (mmHg) |
|---|---|---|
| Optimal | unter 120 | unter 80 |
| Normal | 120 bis 129 | 80 bis 84 |
| Hochnormal | 130 bis 139 | 85 bis 89 |
| Bluthochdruck | ab 140 | ab 90 |
Wichtig: Diese Grenzen gelten grundsätzlich in jedem Alter. Der oft gehörte Satz, im Alter dürfe der Blutdruck ruhig höher sein, ist so nicht richtig. Richtig ist: Bei sehr alten, gebrechlichen oder sturzgefährdeten Menschen legt der Arzt einen individuellen Zielwert fest, der etwas höher liegen kann, um Schwindel und Stürze durch zu niedrigen Druck zu vermeiden. Das entscheidet immer der Arzt, nicht die Tabelle.
So messen Sie richtig
- Vor der Messung fünf Minuten ruhig sitzen, nicht direkt nach Kaffee oder Anstrengung.
- Arm entspannt auf Herzhöhe auflegen, Manschette auf den nackten Oberarm.
- Während der Messung nicht sprechen und die Beine nicht überschlagen.
- Morgens und abends messen und die Werte in einem Blutdruckpass notieren.
- Ein einzelner hoher Wert ist kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist der Verlauf über mehrere Tage.
Wenn der Blutdruck zu hoch ist
Dauerhafter Bluthochdruck tut nicht weh, schädigt aber über Jahre die Gefäße und erhöht das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenschwäche. Neben den vom Arzt verordneten Medikamenten helfen weniger Salz, regelmäßige Bewegung, normales Gewicht, wenig Alkohol und Nichtrauchen. Setzen Sie Medikamente nie eigenmächtig ab.
Wenn der Blutdruck zu niedrig ist
Im Alter ist auch zu niedriger Blutdruck ein Thema, besonders der Abfall beim Aufstehen. Er zeigt sich durch Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen und Sturzgefahr. Hilfreich sind: langsam aufstehen, ausreichend trinken, und die Medikamente vom Arzt überprüfen lassen, denn manchmal ist die blutdrucksenkende Dosis zu hoch.
Wie eine Betreuung zu Hause hilft
Gerade ältere Menschen vergessen das regelmäßige Messen oder notieren die Werte nicht. Eine Betreuungskraft zu Hause kann täglich zur gleichen Zeit messen, die Werte sauber dokumentieren und auffällige Veränderungen früh bemerken. So hat der Hausarzt eine verlässliche Grundlage, und gefährliche Entgleisungen fallen rechtzeitig auf.
Häufige Fragen
Welcher Blutdruck ist im Alter normal?
Als Orientierung gilt auch im Alter ein Wert um 120 bis 129 zu 70 bis 79 mmHg als günstig. Ab 140 zu 90 mmHg spricht man von Bluthochdruck. Bei sehr alten oder gebrechlichen Menschen legt der Arzt den Zielwert aber individuell fest, oft etwas höher, um Schwindel und Stürze zu vermeiden.
Ist es normal, dass der Blutdruck im Alter steigt?
Der Blutdruck steigt mit dem Alter häufig an, weil die Gefäße steifer werden. Normal im Sinne von gesund ist das aber nicht. Dauerhaft hohe Werte sollten ärztlich abgeklärt und meist behandelt werden, ein automatisch höherer Zielwert nur wegen des Alters ist überholt.
Wie messe ich den Blutdruck richtig?
Im Sitzen nach fünf Minuten Ruhe, Arm auf Herzhöhe, nicht sprechen. Am besten morgens und abends messen und die Werte notieren. Ein einzelner hoher Wert bedeutet noch keinen Bluthochdruck, entscheidend ist der Verlauf über mehrere Tage.
Ab wann ist der Blutdruck im Alter zu niedrig?
Werte unter etwa 100 zu 60 mmHg können im Alter zu Schwindel, Müdigkeit und Sturzgefahr führen, vor allem beim Aufstehen. Wenn solche Beschwerden auftreten, sollte der Arzt die Medikamente überprüfen.
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