Akute Pflegesituation
Krankenhaus-Entlassung, was jetzt?
Plötzlich ist der Vater oder die Mutter pflegebedürftig nach einer Operation oder einem Sturz. Wir zeigen Schritt für Schritt, was Sie in den ersten Tagen tun sollten.
Schritt 1: Sozialdienst des Krankenhauses kontaktieren
Jedes größere Krankenhaus hat einen Sozialdienst. Die Mitarbeiter dort kennen die regionalen Pflegestrukturen, organisieren Entlassungsmanagement und unterstützen bei Kurzzeitpflege oder ambulanter Versorgung. Termin sofort nach der Aufnahme vereinbaren, nicht erst kurz vor Entlassung.
Schritt 2: Pflegegrad beantragen
Antrag bei der Pflegekasse stellen. Der Medizinische Dienst (MDK) kommt innerhalb von 3-5 Wochen zur Begutachtung. Die Bewilligung gilt rückwirkend zum Antragsmonat, das Pflegegeld wird also nachgezahlt. Lieber zu früh als zu spät beantragen.
Schritt 3: Pflegehilfsmittel organisieren
Pflegebett, Rollator, Toilettensitzerhöhung, Inkontinenzhilfen. Die meisten Hilfsmittel werden von der Pflegekasse bezahlt oder geliehen. Sanitätshäuser bieten Lieferung am Entlassungstag. Pauschale für Verbrauchshilfsmittel: 42 € pro Monat ab Pflegegrad 1.
Schritt 4: Versorgung organisieren
Drei Optionen: Kurzzeitpflege (max 8 Wochen, bis 1.854 € pro Jahr), ambulante Pflegedienst (kommt 1-3 Mal pro Tag), 24-Stunden-Betreuung (Kraft lebt im Haushalt). Je nach Pflegebedarf und Familienstruktur passt etwas anderes.
Schritt 5: Wohnumfeld prüfen
Treppen, Türschwellen, schmale Türen, Badewanne ohne Einstieghilfe. Pflegekasse zahlt einmalig bis 4.180 € pro Maßnahme zur Wohnumfeld-Verbesserung. Plus KfW-Zuschüsse bis 6.250 €. Ein altersgerecht angepasstes Zuhause ist oft die Voraussetzung für selbständiges Wohnen.
Häufige Fragen
Wie schnell kann eine 24-Stunden-Betreuung nach Krankenhaus-Entlassung starten?
In der Regel 3-7 Tage. Mit gutem Vorlauf während des Krankenhausaufenthalts oft schon zum Entlassungstag. Wir koordinieren mit dem Sozialdienst und sind bei Eilbedarf besonders schnell.
Was ist Übergangspflege?
Eine neue Leistungsart der Pflegekasse seit 2022: für Menschen ohne Pflegegrad nach Krankenhausaufenthalt. Bis zu 10 Tage gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten für ambulante oder stationäre Versorgung. Übergang bis zur regulären Pflege organisiert.
Was kostet Kurzzeitpflege?
Pflegekasse zahlt bis 1.854 € pro Jahr (8 Wochen) bei Pflegegrad 2-5. Eigenanteile für Unterkunft und Verpflegung kommen dazu, etwa 50-100 € pro Tag. Übertragung von 50% der Verhinderungspflege ist möglich, dann sind insgesamt 3.539 € Pflegekassen-Anteil drin.
Pflegebett, Rollator, Hilfsmittel, wie schnell?
Sanitätshäuser liefern oft binnen 24-48 Stunden, manchmal sogar zum Entlassungstag. Verordnung vom Hausarzt oder Krankenhausarzt nötig, dann übernimmt die Krankenkasse oder Pflegekasse die Kosten. Bei Eile: Sozialdienst direkt fragen.
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